Ackerbauliche Vorbereitung zur Rapsaussaat
Ackerbauliche Vorbereitung zur Rapsaussaat
Maßnahmen vor der Stoppelbearbeitung
- Optimale Zerkleinerung und Verteilung des Strohs bei der Ernte der Getreidevorfrucht gewährleisten
- Strohnester, besonders bei reduzierter Bodenbearbeitung, vermeiden
- Zu Mulch– und Direktsaaten Strohausgleichdüngung von ca. 30 – 40 kg N/ha einplanen (mineralische Strohausgleichsdüngung wenn möglich über AHL in einem aggressiven Mischungsverhältnis 1:1 mit Wasser ausbringen). Bei dieser Vorgehensweise wird Stroh schneller mürbe. Die gedüngten Stickstoffmengen reichen in aller Regel für ein ausreichendes Wachstum im Herbst aus.
- Bei feuchten Bodenverhältnissen Schneckenbesatz bereits vor der Aussaat überprüfen; bei Bedarf sofort nach der Saat Schneckenkorn streuen
Bestellung nach Pflugfurche
- Die Pflugfurche bringt das bessere Saatbeet und somit tendenziell einen besseren Feldaufgang.
- Um den Wasseranschluss zum Unterboden zu erhalten, ist eine direkte Rückverfestigung mit Packer als Pflugnachläufer unbedingt erforderlich. (Zugleich indirekte Bekämpfung der Schnecken, da die Schlupfmöglichkeiten reduziert werden!)
- Das Saatbeet sollte feinkrümelig und gleichmäßig abgesetzt sein (birgt aber die Gefahr der Verschlämmung).
Verfahrensweisen der pfluglosen Rapsbestellung
Hohe Weizenanteile in der Fruchtfolge und eine damit verbundene ausgeprägte Arbeitsspitze zur Ernte im August erfordern zeitsparende Strategien für die Rapsbestellung. Mit der pfluglosen Bodenbearbeitung können Arbeitsspitzen in größeren Betrieben gebrochen werden. Allerdings darf dies nicht auf Kosten der Arbeitsqualität und der Bestandesetablierung geschehen. Die Vorgehensweise bei der Bodenbearbeitung ist abhängig vom Zeitraum zwischen der Getreideernte und der Rapsaussaat. Folgende Strategien haben sich bewährt:
Mulchsaat von Raps nach Gerste
- Zeitraum zwischen Wintergerstenernte und Rapsaussaat 4 Wochen und mehr
- Erste flache Bodenbearbeitung (5 bis 7 cm) direkt nach der Ernte, bei hohen Kornerträgen (= hohe Stroherträge) Strohausgleichsdüngung von 40 bis 60 kg/ha N (organisch oder mineralisch)
- Zweite tiefere Bearbeitung ca. 14 bis max. 21 Tage nach dem ersten Arbeitsgang. Das Ausfallgetreide sollte das 3- bis 4-Blattstadium nicht überschreiten. Auf gut strukturierten Böden kann bereits die endgültige Bearbeitungstiefe eingestellt werden, die sich aus der Faustformel pro Tonne Stroh 1 bis 1,5 cm Bearbeitungstiefe ergibt. Daraus resultiert ein zweiter 8 bis 15 cm tiefer Bearbeitungsgang nach Gerste.
- Auf schlecht strukturierten Böden oder bei unbefriedigender Strohverteilung und -zerkleinerung ist ein weiterer tieferer Bearbeitungsgang angebracht (bis 18 cm). Dies ist nicht notwendig, wenn (bei Bedarf) das aufgelaufene Ausfallgetreide kostengünstig mit einem Totalherbizid vor der Saat oder in Kombination mit einer Vorauflaufherbizidanwendung nach der Saat ausgeschaltet wird.
Mulchsaat von Raps nach Roggen, Triticale und frühem Weizen
- Zeitraum zwischen Getreideernte und Rapsaussaat 2 bis 4 Wochen
- Erste flache Bodenbearbeitung (5 bis 7 cm) direkt nach der Ernte in Kombination mit einer Strohausgleichsdüngung von 40 bis 60 kg/ha N (organisch oder mineralisch) durchführen.
- Zweite tiefere Bearbeitung ca. 14 Tage nach dem ersten Arbeitsgang. Die endgültige Bearbeitungstiefe, die sich auch hier aus der Faustformel pro Tonne Stroh 1 bis 1,5 cm Bearbeitungstiefe ergibt, ist mit 12 bis 16 cm zur tieferen Einmischung des Strohs durchzuführen.
- Mit diesem Bearbeitungsgang muss ein saatfertiger Boden hergestellt sein. Die Ansprüche an die Arbeitsqualität bei der Strohzerkleinerung am Mähdrescher und der Einarbeitung in den Boden steigen bei diesem Verfahren an.
Mulchsaat von Raps nach Weizen
- Zeitraum zwischen Weizenernte und Rapsaussaat 0 bis 10 Tage
- Möglichst einmaliger tiefer Bearbeitungsgang direkt nach der Ernte in Kombination mit einer Strohausgleichsdüngung von 40 bis 60 kg/ha N (organisch oder mineralisch). Bei einem Weizenertrag von 85 bis 95 dt Korn fällt etwa die gleiche Menge an Stroh an. Daraus ergibt sich eine Bearbeitungstiefe von 10 bis 18 cm je nach Häckselqualität. Die Ansprüche bei dieser Anbaufolge an die Technik sind sehr hoch. 70% des Strohs sollten nicht länger als 1 bis 4 cm sein; langes Stroh lässt sich nicht in den Boden einarbeiten. Sollte die Häckselqualität des Mähdreschers unzureichend sein empfiehlt sich ein folgender separater Arbeitsgang mit einem Strohmulcher.
Weitere prinzipielle Hinweise zur Mulchsaat
- Saatzeitpunkt ca. 3 bis 5 Tage eher als Bestellung nach Pflugfurche
- Auf Lehmböden kann es in Trockenjahren sinnvoll sein, direkt vor der Mulchsaat nochmals zu grubbern, um die Restfeuchte des Bodens besser auszunutzen
- Nach Mulchsaat gegebenenfalls walzen, um einen besseren Aufgang zu gewährleisten
- Gleichzeitig wird durch das Walzen eine indirekte Schneckenbekämpfung durchgeführt
- Nach dem Drillen die Rapssaat ständig auf Schneckenbesatz kontrollieren - ggf. mit Schneckenkorn abstreuen. Bei der Auswahl des Schneckenkorns kommt es nicht nur auf den Wirkstoff an, sondern sehr wichtig ist eine ausreichende Korndichte von ca. 40 Körnern / m2. Die Aufwandmenge pro ha richtet sich nach der Korngröße und schwankt zwischen 3 und 7 kg/ha. Mischungen mit verschiedenen Wirkstoffen sind möglich (ungleiche Korngröße verschlechtert das Streubild). Keine Aufwandmengenreduzierung vornehmen!









