Hessen Logo Impressum| Kontakt

Betriebswirtschaft

Betriebsvergleich für Gartenbaubetriebe:

Erläuterung wichtiger Kennzahlen und Begriffe

Ableitung wichtiger Kennzahlen zu Betrieb und Unternehmen

Ableitung wichtiger Kennzahlen

Betriebsertrag Unternehmensertag Sachaufwand Fremdlöhne Sachaufwand Fremdlöhne Betriebseinkommen Ertrag aus Finanzvermögen, neutraler Ertrag Ertrag aus Finanzvermögen, neutraler Ertrag Aufwand für Fremdkapital, Mieten, Pchten, neutraler Aufwand Aufwand für Fremdkapital, Mieten, Pchten, neutraler Aufwand Roheinkommen kalkulatorischer Lohnansatz für nicht entlohnte Familien-AK kalkulatorischer Lohnansatz für nicht entlohnte Familien-AK Gewinn Reinertrag Reinertagsdifferenz kalkulatorischer Lohnansatz für das eingesetzte Gesamtkapital Zinsertrag des Eigenkapitals kalkulatorischer Lohnansatz für das eingesetzte Eigenkapital Unternehmergewinn Betriebsaufwand Unternehmsaufwand

Unterscheidung von Betrieb und Unternehmen
Wieso unterscheidet man in der Betriebswirtschaft eigentlich Betrieb und Unternehmen?

Der Betrieb ist der Ort der Leistungserstellung, d.h. der Teil wo "geschafft" wird. Hierzu gehören alle Erträge und Aufwendungen, die mit der Produktion, dem Handel und der Dienstleistung zu tun haben.
Das Unternehmen ist die übergeordnete Einheit, dessen Aufgabe die Beschaffung und Bereitstellung von Kapital ist, z.B. durch Kredite. Kapitalanlagen sowie Vermietung, Verpachtung und Verkauf von Gegenständen aus dem (Anlage-) Vermögen gehören ebenfalls dazu.
Um z.B. den Erfolg in der Produktion beurteilen zu können, darf man sich daher nur den "schaffenden" Betrieb ansehen.
Das Beispiel in der Tabelle macht deutlich wie wichtig eine Unterscheidung zwischen Betrieb und Unternehmen ist.

   
Gärtnerei Meyer
Gärtnerei Schmidt
Umsatzerlöse aus Produktion, Handel, Dienstleistung
500.000 €
500.000 €
Ertrag aus Anlagenverkauf (Grundstücksverkauf)
+
0 €
80.000 €
Ertrag aus Vermietung
+
0 €
5.000 €
Unternehmensertrag Erläuterung
=
500.000 €
585.000 €
 
Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren
-
200.000 €
220.000 €
Lohnaufwand Erläuterung
-
115.000 €
130.000 €
Abschreibungen
-
20.000 €
20.000 €
sonstiger betrieblicher Aufwand
-
70.000 €
70.000 €
Zinsaufwand Fremdkapital
-
5.000 €
Gewinn Erläuterung
=
90.000 €
145.000 €

Gärtnerei Meyer und Gärtnerei Schmidt erzielen die gleichen Umsatzerlöse. Die Gärtnerei Schmidt hat jedoch ein Grundstück verkauft und die Betriebswohnung ist an einen Mitarbeiter vermietet.
Auf den ersten Blick steht Schmidt viel besser da. Der erzielte Gewinn liegt um 55.000 € höher.
Ist er damit der bessere Gärtner? Nun, er hat erhebliche Einnahmen, die nichts mit dem "Gärtnern" zu tun haben. Wenn man diese abzieht, steht Schmidt plötzlich schlechter da. Er hat nämlich den gleichen gärtnerischen Umsatz jedoch mit einem höheren Aufwand erzielt.
Um etwas über den Erfolg des Betriebes und seine Leistungsfähigkeit sagen zu können, ist der Vergleich des gesamten Unternehmens, d.h. des Gewinns, irreführend - ja, ergibt sogar ein falsches Bild. Betrachtet man nur die betrieblich bedingten Einnahmen und Ausgaben hergibt sich folgendes:

   
Gärtnerei Meyer
Gärtnerei Schmidt
Umsatzerlöse aus Produktion, Handel, Dienstleistung
500.000 €
500.000 €
Betriebsertrag Erläuterung
=
500.000 €
500.000 €
 
Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren
-
200.000 €
220.000 €
Personalaufwand
-
115.000 €
130.000 €
Abschreibungen
-
20.000 €
20.000 €
sonstiger betrieblicher Aufwand
-
70.000 €
70.000 €
Roheinkommen Erläuterung
=
95.000 €
60.000 €

Die Gärtnerei Schmidt schneidet beim Vergleich der betrieblichen Leistungsstärke bedeutend schlechter ab, obwohl auf Unternehmensebene der Gewinn das Gegenteil zeigte.

• • •

Ableitung wichtiger Kennzahlen zu Betrieb und Unternehmen

Ableitung wichtiger Kennzahlen

Betriebsertrag Unternehmensertag Sachaufwand Fremdlöhne Sachaufwand Fremdlöhne Betriebseinkommen Ertrag aus Finanzvermögen, neutraler Ertrag Ertrag aus Finanzvermögen, neutraler Ertrag Aufwand für Fremdkapital, Mieten, Pchten, neutraler Aufwand Aufwand für Fremdkapital, Mieten, Pchten, neutraler Aufwand Roheinkommen kalkulatorischer Lohnansatz für nicht entlohnte Familien-AK kalkulatorischer Lohnansatz für nicht entlohnte Familien-AK Gewinn Reinertrag Reinertagsdifferenz kalkulatorischer Lohnansatz für das eingesetzte Gesamtkapital Zinsertrag des Eigenkapitals kalkulatorischer Lohnansatz für das eingesetzte Eigenkapital Unternehmergewinn Betriebsaufwand Unternehmsaufwand

Übersicht

Unterscheidung von Betrieb und Unternehmen
Wieso unterscheidet man in der Betriebswirtschaft eigentlich Betrieb und Unternehmen?

Der Betrieb ist der Ort der Leistungserstellung, d.h. der Teil wo "geschafft" wird. Hierzu gehören alle Erträge und Aufwendungen, die mit der Produktion, dem Handel und der Dienstleistung zu tun haben.
Das Unternehmen ist die übergeordnete Einheit, dessen Aufgabe die Beschaffung und Bereitstellung von Kapital ist, z.B. durch Kredite. Kapitalanlagen sowie Vermietung, Verpachtung und Verkauf von Gegenständen aus dem (Anlage-) Vermögen gehören ebenfalls dazu.
Um z.B. den Erfolg in der Produktion beurteilen zu können, darf man sich daher nur den "schaffenden" Betrieb ansehen.
Das Beispiel in der Tabelle macht deutlich wie wichtig eine Unterscheidung zwischen Betrieb und Unternehmen ist.

   
Gärtnerei Meyer
Gärtnerei Schmidt
Umsatzerlöse aus Produktion, Handel, Dienstleistung
500.000 €
500.000 €
Ertrag aus Anlagenverkauf (Grundstücksverkauf)
+
0 €
80.000 €
Ertrag aus Vermietung
+
0 €
5.000 €
Unternehmensertrag Erläuterung
=
500.000 €
585.000 €
 
Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren
-
200.000 €
220.000 €
Lohnaufwand Erläuterung
-
115.000 €
130.000 €
Abschreibungen
-
20.000 €
20.000 €
sonstiger betrieblicher Aufwand
-
70.000 €
70.000 €
Zinsaufwand Fremdkapital
-
5.000 €
Gewinn Erläuterung
=
90.000 €
145.000 €

Gärtnerei Meyer und Gärtnerei Schmidt erzielen die gleichen Umsatzerlöse. Die Gärtnerei Schmidt hat jedoch ein Grundstück verkauft und die Betriebswohnung ist an einen Mitarbeiter vermietet.
Auf den ersten Blick steht Schmidt viel besser da. Der erzielte Gewinn liegt um 55.000 € höher.
Ist er damit der bessere Gärtner? Nun, er hat erhebliche Einnahmen, die nichts mit dem "Gärtnern" zu tun haben. Wenn man diese abzieht, steht Schmidt plötzlich schlechter da. Er hat nämlich den gleichen gärtnerischen Umsatz jedoch mit einem höheren Aufwand erzielt.
Um etwas über den Erfolg des Betriebes und seine Leistungsfähigkeit sagen zu können, ist der Vergleich des gesamten Unternehmens, d.h. des Gewinns, irreführend - ja, ergibt sogar ein falsches Bild. Betrachtet man nur die betrieblich bedingten Einnahmen und Ausgaben hergibt sich folgendes:

   
Gärtnerei Meyer
Gärtnerei Schmidt
Umsatzerlöse aus Produktion, Handel, Dienstleistung
500.000 €
500.000 €
Betriebsertrag Erläuterung
=
500.000 €
500.000 €
 
Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren
-
200.000 €
220.000 €
Personalaufwand
-
115.000 €
130.000 €
Abschreibungen
-
20.000 €
20.000 €
sonstiger betrieblicher Aufwand
-
70.000 €
70.000 €
Roheinkommen Erläuterung
=
95.000 €
60.000 €

Die Gärtnerei Schmidt schneidet beim Vergleich der betrieblichen Leistungsstärke bedeutend schlechter ab, obwohl auf Unternehmensebene der Gewinn das Gegenteil zeigte.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Betriebsertrag
Erlöse aus Produktion, Handel, Dienstleistungen
+
Zuschüsse und Zulagen
+
Privatanteile, Eigenverbrauch (z.B.Privatanteil für Telefon, Heizung, Auto)
+
Erhöhung der Vorräte
+
sonstiger Betriebsertrag (z.B. Erstattungen von Hagelversicherung o.ä.)

Der Betriebsertrag ist der Ertrag aus gärtnerischer Tätigkeit, dem Handel und der Dienstleistung sowie aller Erträge die auf sonstige betriebliche Aktivitäten zurückzuführen sind.
siehe auch Unterscheidung von Betrieb und Unternehmen

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

bereinigter Betriebsertrag
  Betriebsertrag Erläuterung
-
Zukauf Saat- und Pflanzgut, Rohware
-
Spezialaufwand für Handel- und Dienstleistung
-
Leistungen durch Fremdfirmen

Hier werden vom Betriebsertrag alle gärtnerischen Vorleistungen, d.h. alles was in anderen Gartenbaubetrieben erstellt worden ist, abgezogen. So gehen in die Ertragsbeurteilung nur solche Leistungen ein, die auf den Betrieb selbst zurückzuführen sind.
Der bereinigte Betriebsertrag dient der besseren Vergleichbarkeit unterschiedlicher Betriebe. So ist bei Betrieben mit hohem Rohwareanteil der Betriebsertrag/m² Glasfläche durch die kurzen Kulturzeiten meist wesentlich höher als bei solchen mit eigener Anzucht. Durch den Abzug der Vorleistungen lassen sich beide Gruppen jedoch wieder miteinander vergleichen.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Betriebseinkommen
  Betriebsertrag Erläuterung
-
Spezialaufwand (Produktion, Handel, Dienstleistung)
-
Unterhaltungsaufwand
-
Abschreibungen
-
allgemeiner (sonstiger) Betriebsaufwand

Hier werden vom Betriebsertrag alle betrieblichen Aufwendungen abgezogen, die nichts mit der Entlohnung von Arbeitskräften zu tun haben.

Das Betriebseinkommen stellt die Wertschöpfung der im Betrieb eingesetzten Arbeitskräfte (Fremd- und Familien-AK), des eingesetzten Kapitals und des Bodens dar. Es zeigt die erzielte Leistung des Betriebes.

siehe auch Produktivität

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Roheinkommen
  Betriebsertrag Erläuterung
oder
  Betriebsertrag Erläuterung
-
Sachaufwand  
-
Betriebsaufwand Erläuterung
-
Fremdlöhne      

Das Roheinkommen stellt für den Betrieb eine ähnliche Erfolgsgröße dar, wie der Gewinn für das Unternehmen.
Da hier die Fremdlöhne eingerechnet sind, kann ein Vergleich mit Betrieben, die mit wenig Fremd-AK und dafür mehr Familien-AK arbeiten falsche Schlüsse nach sich ziehen. Das Betriebseinkommen oder der Reinertrag eignen sich daher besser für zwischenbetriebliche Vergleiche.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Reinertrag
  Betriebsertrag Erläuterung
-
Sachaufwand
-
Fremdlöhne
-
kalkulatorischer Lohnansatz für Familien-AK Erläuterung

Der Reinertrag ist das im Betrieb erwirtschaftete Entgelt für den Faktor Kapital bzw. das eingesetzte Vermögen. Er stellt somit den bei einer Geldanlage des Vermögens im Betrieb erwirtschafteten Zinsertrag dar. Bezieht man den Reinertrag auf das insgesamt eingesetzte Vermögen, ergibt sich eine Kennzahl zur Verzinsung des im Betrieb eingesetzten Kapitals (vergleichbar mit den Zinsen, die man auf einem Sparbuch o.ä. bekommt).

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Reinertragsdifferenz
  Betriebsertrag
-
Sachaufwand
-
Fremdlöhne
-
kalkulatorischer Lohnansatz für Familien-AK Erläuterung
-
kalkulatorischer Zinssatz für Gesamtkapital Erläuterung

Nachdem alle eingesetzten Produktionsfaktoren (Boden, Arbeit, Kapital) entlohnt wurden, verbleibt dieser Betrag als Entgelt für die unternehmerische Tätigkeit auf Betriebsebene.
Angenommen wird hierbei, dass das gesamte eingesetzte Kapital Eigenkapital ist und zu einem einheitlichen Zinssatz zur Verfügung steht.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Betriebsaufwand
Spezialaufwand (Saat- u. Pflanzgut, Dünger, Substrate, Heizmaterial, Handelsware etc.)
+
Unterhaltungsaufwand
+
Abschreibungen
+
allgemeiner Betriebsaufwand (Werbung, Steuern, Versicherungen, Standmieten etc.)
+
Lohnaufwand für Fremd-AK

Der Betriebsaufwand umfaßt alle Aufwendungen für die Produktion, den Handel und die Dienstleistungen sowie alle allgemeinen Kosten, die auf die betrieblichen Abläufe entfallen, inklusive aller Lohnkosten für Fremdarbeitskräfte.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Sachaufwand
Spezialaufwand (Saat- u. Pflanzgut, Dünger, Substrate, Heizmaterial, Handelsware etc.)
+
Unterhaltungsaufwand
+
Abschreibungen
+
allgemeiner Betriebsaufwand (Werbung, Steuern, Versicherungen, Standmieten etc.)

Der Sachaufwand umfahrt alle Aufwendungen für die Produktion, den Handel und die Dienstleistungen sowie alle allgemeinen Kosten, die auf die betrieblichen Abläufe entfallen.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Lohnaufwand

Der Lohnaufwand umfasst alle Kosten für die beschäftigten Fremdarbeitskräfte, d.h. Löhne, Lohnsteuern, Vermögenswirksame Leistungen, Aushilfslöhne, Saisonlöhne, gesetzl. und freiwillige Sozialaufwendungen etc.. Hierunter sind also alle Kosten für entlohnte Arbeitskräfte zu finden.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

kalkulatorischer Lohnansatz für nicht entlohnte Familienarbeitskräfte

Im steuerlichen Jahresabschluss eines Familienbetriebes wird der Einsatz nicht entlohnter Familien-Arbeitskräfte nicht in Rechnung gestellt. Für die betriebswirtschaftliche Beurteilung ist es jedoch notwendig, auch den Einsatz dieser Arbeitskräfte als Aufwendungen zu berücksichtigen, um eine Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen bzw. Betrieben zu gewährleisten. Dies geschieht durch einen kalkulatorischen Lohnansatz, dessen Höhe sich nach dem Lohn richtet, den die Familienarbeitskräfte für eine vergleichbare Tätigkeit außerhalb des eigenen Betriebes erhalten würden. Der Lohnansatz wird jährlich durch das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) ermittelt. Außerdem wird über einen Zuschlag für die Betriebsleitung der Zusammenhang zwischen Betriebsgröße und Entlohnung berücksichtigt.

Folgendes Beispiel verdeutlicht die Notwendigkeit eines kalkulatorischen Lohnansatzes für den Vergleich von Betrieben.
Hier sind zwei Familienbetriebe gegenübergestellt. Beide Betriebe arbeiten ausschließlich mit Familienangehörigen. In Betrieb Müller sind alle Familienmitglieder im Betrieb angestellt (per Arbeitsvertrag).Sie erhalten monatlich richtige Lohnzahlungen. In Betrieb Schulze dagegen werden Inhaber, Ehefrau und Sohn (=2,5 Fam-AK) nicht entlohnt und tauchen damit in der Buchführung unter Personalaufwand nicht auf.

Gärtnerei Müller
2,5 Fam-AK entlohnt
Gärtnerei Schulze
0 Fam-AK entlohnt
Umsatzerlöse
120.000 €
120.000 €
- Materialaufwand
- 40.000 €
- 40.000 €
= Betriebseinkommen Erläuterung
80.000 €
80.000 €
- Lohnaufwand
- 70.000 €
0 €
- sonstiger betriebl. Aufwand
- 25.000 €
- 25.000 €
= Roheinkommen Erläuterung
- 15.000 €
55.000 €

Anhand der Tabelle wird deutlich, dass sich allein durch die tatsächliche Entlohnung der Familien-Arbeitskräfte das Roheinkommen drastisch vermindert. Betrieb Müller steht auf den ersten Blick sehr schlecht da, obwohl beide die gleichen Umsatzerlöse bei ansonsten identischen Aufwendungen haben bzw. das gleiche Betriebseinkommen erwirtschaften.
Um die Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Betriebe vergleich zu können, ist eine Bewertung der von den nicht entlohnten Familienmitgliedern eingebrachten Arbeitsleistung notwendig. Schließlich arbeitet niemand für umsonst. Daher wird für alle nicht entlohnten Familienmitglieder ein kalkulatorischer Lohnansatz eingerechnet. Dieser dient dazu, den Unterschied in der steuerlichen Buchführung auszugleichen.

Gärtnerei Müller
Gärtnerei Schulze
Betriebseinkommen Erläuterung
80.000 €
80.000 €
- kalk. Lohnansatz für nicht
entlohnte Familien-AK Erläuterung
0 €
- 70.000 €
= Reinertrag Erläuterung
- 15.000 €
- 15.000 €

Das Beispiel zeigt, dass bei Entlohnung aller im Betrieb erbrachten Arbeitsleistungen beide Betriebe einen negativen Reinertrag erzielen und damit die Wirtschaftlichkeit beider stark zu denken gibt, obwohl der eine Betrieb vorher einen so guten Eindruck erweckt hat.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Lohnquote
Lohnaufwand für Fremdarbeitskräfte
+
kalkulatorischer Lohnansatz für Familien-AK Erläuterung

Die Lohnquote gibt die Kosten für alle im Betrieb tätigen Arbeitskräfte wieder. Sie umfaßt alle Aufwendungen für sowohl die Fremdarbeitskräfte als auch die kalkulatorischen Aufwendungen für die Familienarbeitskräfte.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

kalkulatorischer Zinssatz für Gesamtkapital

Der Einsatz von Kapital ist notwendig, damit der Betrieb überhaupt arbeiten kann. Aber auch die Beschaffung von Kapital kostet (Aufnahme von Darlehn, Zinsen etc.). Daher wird das im Betrieb eingesetzte Gesamtkapital mit einem kalkulatorischen Zinssatz verzinst. Dieser richtet sich nach den Anlagemöglichkeiten des Kapitals außerhalb des Betriebes. In der Regel wird ein Zinssatz von 6% verwendet.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Unternehmensertrag
Betriebsertrag
+
Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung
+
Erträge aus Kapitalanlagen (Zinserträge, Dividendenausschüttungen etc.)
+
neutrale Erträge (z.B. Buchgewinne bei Verkauf von Anlagen)

Dies ist das finanzielle Gesamtergebnis der Unternehmens.

siehe auch Unterscheidung von Betrieb und Unternehmen

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Unternehmensaufwand
Spezialaufwand (Eigenproduktion, Handel, Dienstleistung)
+
Unterhaltungsaufwand und Abschreibungen
+
allgemeiner Aufwand (Werbung, Steuern, Versicherungen, Standmieten etc.)
+
Lohnaufwand (für Fremd-AK)
+
Aufwand für Fremdkapital (Zinsen, Disagio u.ä.)
+
Aufwand für Mieten und Pachten
+
neutraler Aufwand (z.B. Buchverluste bei Verkauf von Anlagen)

Der Unternehmensaufwand entspricht dem Gesamtaufwand des Unternehmens in der jeweiligen Wirtschaftsperiode, wobei Sonderabschreibungen nicht berücksichtigt werden, da diese rein steuerliche begründet sind und aus betriebswirtschaftlicher Sicht meist in Bezug auf den Wertverlust der abgeschriebenen Anlagen überhöht sind.

siehe auch Unterscheidung von Betrieb und Unternehmen

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Gewinn (betriebswirtschaftlich)
Unternehmensertrag Erläuterung
-
Unternehmensaufwand Erläuterung

Beim Gewinn ist zwischen steuerlichem und betriebswirtschaftlichem Gewinn zu unterscheiden. Die Differenz liegt in der unterschiedlichen Behandlung von Sonderabschreibungen und Bildung steuerlicher Sonderposten, die beim betriebswirtschaftlichen nicht berücksichtigt werden. Damit läßt er sich besser zur Darstellung von Jahresergebnissen und Kennzahlen nutzen, da er steuerliche Aspekte weitestgehend außer acht läßt.

Der Gewinn kann dem Unternehmen für private Zwecke (Lebenshaltung der Unternehmerfamilie, Einkommenssteuerzahlungen usw.) entnommen werden oder im Unternehmen verbleiben und für Investitionen und die Tilgung von Krediten verwendet werden.

Anhand des betriebswirtschaftlichen Gewinns können die Einkommensverhältnisse der Unternehmerfamilie beurteilt werden. Dabei ist es jedoch notwendig, die jeweilige Anzahl der nicht entlohnten Familienarbeitskräfte sowie die Verzinsung des jeweils eingebrachten Eigenkapitals zu berücksichtigen. Deshalb ist es bei einem Unternehmensvergleich problematisch die absoluten Gewinne nebeneinander zu stellen.
Betrachtet man jedoch den Gewinn je nicht entlohnter Familien-AK, so sind diese Zahlen zur Messung der Einkommenssituation durchaus vergleichbar.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Zinsertrag des Eigenkapitals
  Gewinn Erläuterung
-
kalkulatorischer Lohnansatz für Familien-AK Erläuterung

Nachdem nun vom Gewinn alle im Unternehmen tätigen Arbeitskräfte entlohnt wurden, verbleibt der Ertrag, der mit dem im Unternehmen eingesetzten Eigenkapital erwirtschaftet wurde. D.h. die Produktionsfaktoren Boden und Arbeit wurden nun entlohnt. Der Faktor Kapital wird im nächsten Schritt (Unternehmergewinn) entlohnt.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Unternehmergewinn
  Gewinn
-
kalk. Lohnansatz für Familien-AK Erläuterung
-
kalk. Zinssatz für das Eigenkapital Erläuterung

Werden nun auch die bisher noch nicht berücksichtigten Kosten für den Einsatz von Familienarbeitskräften und des eingesetzten Eigenkapitals vom Gewinn abgezogen, ist die Entlohnung aller im Unternehmen eingesetzten Faktoren berücksichtigt. Der Unternehmergewinn weist den letztendlich im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeiten erwirtschafteten Betrag aus.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

kalkulatorischer Zinssatz für Eigenkapital

Das im Unternehmen eingesetzte Eigenkapital wird mit einem kalkulatorischen Satz verzinst, dieser richtet sich nach den Anlagemöglichkeiten für Kapital außerhalb des Unternehmens. So sind die Kosten auch für den Produktionsfaktor Kapital berücksichtigt. Es wird hier nur das Eigenkapital veranschlagt, da die Kosten für das im Unternehmen eingesetzte Fremdkapital (z.B. Zinsen) bereits im Unternehmensaufwand Erläuterung enthalten sind.

• • •

Übersicht

Kennzahlen-Grafik

Cash-Flow
Gewinn Erläuterung
+
Abschreibungen*

Diesen Betrag haben Sie am Ende des Jahres tatsächlich erwirtschaftet.
Jetzt sagen Sie: "Wieso? Am Ende des Jahres habe ich den Gewinn erwirtschaftet."
Das ist schon richtig, aber jährlich werden Abschreibungen, z.B. für ein Gewächshaus, als Aufwand in Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung gebucht, obwohl Sie das Gewächshaus schon vor mehreren Jahren angeschafft und bezahlt haben. Es tauchen also Ausgaben auf, die Sie gar nicht in diesem Jahr getätigt haben. Die Abschreibungen mindern damit rein rechnerisch den Gewinn bzw. Erfolg. So ist der Gewinn in Jahren nach größeren Investitionen meist niedriger, obwohl Sie vielleicht sogar besser gewirtschaftet haben als in den Jahren zuvor.
Um nun die "kalkulatorische" Größe der Abschreibungen aus Ihrem Betriebsergebnis herauszunehmen, errechnet man den Cash-Flow und sieht, wie erfolgreich Sie eigentlich wirklich waren.
Der Cash-Flow ist damit ein Zeichen für die tatsächliche Finanz- und Ertragskraft Ihres Unternehmens.
Dieser Betrag steht wirklich zur Abdeckung Ihrer Privatentnahmen, Tilgung von Krediten und Finanzierung von neuen Investitionen zur Verfügung.

Sollte Ihr Cash-Flow gerade für Ihre privaten Entnahmen ausreichen, wird es eng, Verpflichtungen gegenüber Ihrer Bank einzuhalten (Tilgung) und notwendige Investitionen, z.B. den Ersatz einer kaputten Maschine, durchzuführen.

* Näherungsweise Berechnung, in vielen Fällen ausreichend.

• • •

Übersicht
erweiterter Cash-Flow
GewinnErläuterung
+
Abschreibungen
+
Aufwand für Fremdkapital (Zinsen)

Dieser Betrag steht Ihnen zur Abdeckung der privaten Entnahmen, dem zu leistenden Kapitaldienst (Zins und Tilgung für Kredite) und Investitionen zur Verfügung.

• • •

Übersicht

Eigenkapital

Eigenkapital ist das von den Eigentümern eines Unternehmens zur Verfügung gestellte Kapital sowie die vom Unternehmen erwirtschafteten einbehaltenen Gewinne. Wird der gesamte Gewinn entnommen (Privatentnahmen für Lebensführung, Versicherungen, privates Sparen, private Steuern etc.), kann kein Eigenkapital gebildet werden.

Ein positives Eigenkapital steht auf der Passiv-Seite der Bilanz.
Steht das Eigenkapital jedoch auf der Aktiva-Seite der Bilanz bzw. gibt es eine Unterbilanz, bedeutet dies, dass das Unternehmen ausschließlich über Fremdkapital finanziert ist. Dies ist äußerst kritisch für das Unternehmen!

• • •

Übersicht
Eigenkapitalveränderung
Gewinn
+
Einlagen
-
Entnahmen

Die jährliche Eigenkapitalveränderung sagt aus, ob Ihr Unternehmen reicher oder ärmer geworden ist. Wenn Sie mehr aus dem Betrieb entnehmen - z.B. um privates Vermögen wie Immobilien oder Lebensversicherungen aufzubauen - als Sie private Einlagen tätigen und Gewinn erzielen, werden Sie privat zwar "reicher", Ihr Unternehmen aber "ärmer". Und damit wird aus Sicht der Bank Ihr Unternehmen weniger kreditwürdig.
Unter Umständen kann dies dazu führen, dass Sie "gezwungen" werden, die mühsam privat aufgebauten Vermögenswerte zu veräußern und wieder in den Betrieb zurückzuführen, um den Forderungen der Bank nachzukommen und einen (guten) Kredit zu bekommen. Das ist meist nicht so einfach umzusetzen und mit viel Stress, Unsicherheit, Verlusten und Risiken verbunden. Es ist daher viel besser, durch ein entsprechendes und vor allem rechtzeitiges Eingreifen Ihre Eigenkapitalveränderung so zu steuern, dass es gar nicht erst zu Problemen mit den Banken kommt.

Die Bildung von Eigenkapital ist zur Sicherung der Stabilität des Unternehmens erforderlich.
Bei negativer Eigenkapitalveränderung liegt ein Eigenkapitalverlust vor!
Eigenkapitalverluste = Abschreibungen auf Gebäude
--> Substanzverlust kurzfristig noch nicht existenzbedrohend

Eigenkapitalverluste = Abschreibungen für Gebäude und Maschinen/Geräte
-->Ersatzbeschaffungen nur noch über Kredite finanzierbar

Eigenkapitalverluste > Abschreibungen auf sämtliche Anlagegegenstände
--> Aufzehrung von Teilen des Umlaufvermögens
So weit dürfen Sie es nicht kommen lassen!

• • •

Übersicht
Eigenkapitalquote
Eigenkapital
/
Vermögen
x
100 (in %)

Hier wird das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtvermögen des Unternehmens gesetzt, dies gibt Aufschluss über die Kreditwürdigkeit des Unternehmens. Sie besagt, wie hoch der Anteil des von den Eignern eingebrachten Kapitals am Gesamtkapital ist.
Eine hohe Eigenkapitalquote läßt die Unabhängigkeit (von Geldgebern) und die Sicherheit des Unternehmens erkennen.
Empfohlen wird eine Eigenkapitalquote von 30%. In der Praxis wird dieser Wert meist nicht erreicht. Anzustreben ist er jedoch!

• • •

Übersicht
Netto-Cash-Flow oder Finanzierungsüberschuß
GewinnErläuterung
+
Abschreibungen
-
Entnahmen
+
Einlagen

Im Gegensatz zum Cash-Flow berücksichtigt der Netto-Cash-Flow die Entnahmen der Unternehmerfamilie.
Bezieht am den Netto-Cash-Flow auf das Anlagevermögen (ohne Boden) bringt diese Kennzahl zum Ausdruck, wie schnell das in Gebäude, Maschinen, Gewächshäuser etc. investierte Kapital, das oft durch starken Wertverlust gezeichnet ist, in das Unternehmen zurückfließt.

• • •

Übersicht
Verschuldungsgrad
Fremdkapital
/
Eigenkapital
x
100 (in %)

Werden wiederholt Kredite aufgenommen, erhöht sich der Verschuldungsgrad. Damit steigt auch das Risiko und es kann schwieriger werden neue Kredite zu erhalten.

dynamischer Verschuldungsgrad
Netto-Cash-Flow
/
Summe Fremdkapital

Bezieht man den Netto-Cash-Flow auf die Summe der Schulden, zeigt sich, wie viele Jahre erforderlich wären, um die betstehende Schuldenlast abzutragen.

• • •

Übersicht
theoretische Schuldentilgungsdauer
  Summe Fremdkapital
/
Cash-Flow

Diese Kennzahl gibt an, wie viele Jahre ein Unternehmen braucht, um unter sonst gleichen Bedingungen, alle Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten abzutragen, wenn der gesamte Netto-Cash-Flow zur Schuldentilgung verwendet würde.
Als unproblematisch ist ein Zeitraum von 5 Jahren anzusehen. Bei den meisten Unternehmen im Gartenbau wird sich allerdings ein Zeitraum von 10 bis 15 Jahren ergeben. Dieser sollte allerdings nicht überschritten werden.

• • •

Übersicht
Fremdkapital in % des Anlagevermögens ohne Boden
Fremdkapital
/
Anlagevermögen ohne Boden

Dieser Wert sollte maximal 100% betragen, damit bei einer eventuellen Betriebsaufgabe eine schuldenfreie Verpachtung des Grund und Bodens möglich ist. Liegt der Wert >100% können durch den Verkauf der Anlagegüter nicht alle Zins- und Tilgungsverpflichtungen eingehalten werden.

Ziel ist die Finanzierung des Anlagevermögens durch Eigenkapital oder zumindest durch langfristiges Fremdkapital.

Eigenkapital
+
langfristiges Fremdkapital
/
Anlagevermögen ohne Boden
Dieser Wert sollte

• • •

Übersicht
Liquiditätsüberschuss bzw. - unterdeckung
Cash-Flow
-
Entnahmen
-
Tilgung

Diese Kennzahl besagt, ob das Unternehmen einen genügend hohen Cash-Flow erwirtschaften konnte, um Entnahmen und Tilgung aus eigenen Mitteln tragen zu können.
Ist der Wert

• • •

Übersicht
kurzfristiges Fremdkapital zu langfristigem Fremdkapital
kurzfristiges Fremdkapital
/
langfristigem Fremdkapital
x
100 (in%)

Hier zeigt sich das Verhältnis zwischen Kontokorrentkrediten und langfristigen Darlehn. Wenn ein hoher Anteil auf die relativ teuren Kontokorrentkredite entfällt, sollte unter Umständen über eine Umschuldung auf lang- und mittelfristige Darlehn mit der Hausbank gesprochen werden.

Investitionen sind grundsätzlich nicht über Kontokorrentkredite zu finanzieren!
siehe auch Anlagendeckungsgrad

• • •

Übersicht

Anlagendeckungsgrad (langfristige Liquidität)

Es gelten folgende Grundsätze:
Goldene Bilanzregel
Langfristig im Unternehmen gebundenes Anlagevermögen ist langfristig zu finanzieren, d.h. über Eigenkapital oder langfristige Darlehn.
Finanzierungsregel
Die Dauer der Festlegung des Kapitals d.h. die Nutzungsdauer hat mit der Kreditlaufzeit übereinzustimmen.
Angenommen Sie finanzieren eine neue Topfmaschine über ein Darlehn mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Dann zahlen Sie immer noch den aufgenommenen Kredit ab, wenn die Topfmaschine schon lange ihren Dienst versagt hat.

Deckungsgrad 1:

Eigenkapital : Anlagevermögen
Zeigt, inwieweit das Anlagevermögen des Unternehmens durch Eigenkapital gedeckt ist.

Deckungsgrad 2:

(Eigenkapital + langfr. Fremdkapital) : Anlagevermögen x 100 (in %)
Zeigt, ob das Anlagevermögen zumindest durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital finanziert wird.

• • •

Übersicht

Eigenkapital

Eigenkapital ist das von den Eigentümern eines Unternehmens zur Verfügung gestellte Kapital sowie die vom Unternehmen erwirtschafteten einbehaltenen Gewinne. Wird der gesamte Gewinn entnommen (Privatentnahmen für Lebensführung, Versicherungen, privates Sparen, private Steuern etc.), kann kein Eigenkapital gebildet werden.

Ein positives Eigenkapital steht auf der Passiv-Seite der Bilanz.
Steht das Eigenkapital jedoch auf der Aktiva-Seite der Bilanz bzw. gibt es eine Unterbilanz, bedeutet dies, dass das Unternehmen ausschließlich über Fremdkapital finanziert ist. Dies ist äußerst kritisch für das Unternehmen!

• • •

Übersicht
Eigenkapitalveränderung
Gewinn
+
Einlagen
-
Entnahmen

Die jährliche Eigenkapitalveränderung sagt aus, ob Ihr Unternehmen reicher oder ärmer geworden ist. Wenn Sie mehr aus dem Betrieb entnehmen - z.B. um privates Vermögen wie Immobilien oder Lebensversicherungen aufzubauen - als Sie private Einlagen tätigen und Gewinn erzielen, werden Sie privat zwar "reicher", Ihr Unternehmen aber "ärmer". Und damit wird aus Sicht der Bank Ihr Unternehmen weniger kreditwürdig.
Unter Umständen kann dies dazu führen, dass Sie "gezwungen" werden, die mühsam privat aufgebauten Vermögenswerte zu veräußern und wieder in den Betrieb zurückzuführen, um den Forderungen der Bank nachzukommen und einen (guten) Kredit zu bekommen. Das ist meist nicht so einfach umzusetzen und mit viel Stress, Unsicherheit, Verlusten und Risiken verbunden. Es ist daher viel besser, durch ein entsprechendes und vor allem rechtzeitiges Eingreifen Ihre Eigenkapitalveränderung so zu steuern, dass es gar nicht erst zu Problemen mit den Banken kommt.

Die Bildung von Eigenkapital ist zur Sicherung der Stabilität des Unternehmens erforderlich.
Bei negativer Eigenkapitalveränderung liegt ein Eigenkapitalverlust vor!
Eigenkapitalverluste = Abschreibungen auf Gebäude
--> Substanzverlust kurzfristig noch nicht existenzbedrohend

Eigenkapitalverluste = Abschreibungen für Gebäude und Maschinen/Geräte
-->Ersatzbeschaffungen nur noch über Kredite finanzierbar

Eigenkapitalverluste > Abschreibungen auf sämtliche Anlagegegenstände
--> Aufzehrung von Teilen des Umlaufvermögens
So weit dürfen Sie es nicht kommen lassen!

• • •

Übersicht
Eigenkapitalquote
Eigenkapital
/
Vermögen
x
100 (in %)

Hier wird das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtvermögen des Unternehmens gesetzt, dies gibt Aufschluss über die Kreditwürdigkeit des Unternehmens. Sie besagt, wie hoch der Anteil des von den Eignern eingebrachten Kapitals am Gesamtkapital ist.
Eine hohe Eigenkapitalquote läßt die Unabhängigkeit (von Geldgebern) und die Sicherheit des Unternehmens erkennen.
Empfohlen wird eine Eigenkapitalquote von 30%. In der Praxis wird dieser Wert meist nicht erreicht. Anzustreben ist er jedoch!

• • •

Übersicht
Arbeitsproduktivität
Betriebsertrag / AK
oder
Betriebseinkommen / AK
oder
Reinertrag / AK

Die Produktivität ist ein Maß für dieErgiebigkeit der eingesetzten Produktionsfaktoren (Boden, Arbeit, Kapital), deren gemeinsam erbrachte Leistung auf einen dieser Faktoren bezogen wird.
Wichtig ist ein Vergleich von Betriebseinkommen/AK mit dem Lohnaufwand/Fremd-AK.
Ist der Lohnaufwand höher, bedeutet dies, dass die Arbeitskräfte den Betrieb mehr kosten, als sie mit ihrer Arbeitsleistung für ihn erwirtschaften.

Flächenproduktivität
Betriebsertrag / m² Glasfläche
oder
Betriebseinkommen / m² Glasfläche
oder
Reinertrag / m² Glasfläche

Anhand dieser Kennzahlen läßt sich überprüfen, wie gut ein m² Fläche im Betrieb genutzt wird. Der Betriebsertrag/m² Glasfläche ist bei verstärkt zuhandelnden Betrieben und bei umfangreicherem Einsatz von Rohware wesentlich höher, als bei reinen Produktionsbetrieben. Daher ist ein Betriebsvergleich über das Betriebseinkommen empfehlenswert, da hier die Vorleistungen (Handelsware, Rohware und sonstige Materialkosten) bereits abgezogen wurden. So wird die Wertschöpfung des Betriebes verglichen.

• • •

Übersicht

Quellen:

Arbeitskreis Betriebswirtschaft im Gartenbau (jährlich): Kennzahlen für den Betriebsvergleich, Hannover

Storck, Harmen (Hrsg.) (1994): Taschenbuch des Gartenbaues, Informationen und Entscheidungshilfen für den Betriebsleiter, 3. Auflage, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart

Vollmuth, Hilmar J. (2002): Kennzahlen, Taschenguide Bd. 13, 2.Aufl., Haufe, Freiburg im Breisgau

ZVG (Hrsg.) (2003): Rating Leitfaden




© Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen
Kölnische Straße 48-50, 34117 Kassel,
Tel.: (0561) 7299-0, Fax: (0561) 7299-220
E-Mail:Zentrale Poststelle

Aktuelles:

Links